Nach den Turbulenzen in der vergangenen Woche durch das schottische
Unabhängigkeitsreferendum auf der einen und der US-Notenbankentscheidung
auf der anderen Seite steht diese Woche unter völlig anderen Zeichen.
Dies wird für diejenigen wichtig sein, die auf der Suche nach einer
angemessenen Strategie sind. Man erwartet für diese Woche, dass sich ein
großer Druck bis Freitag, wenn die Veröffentlichung des
US-Bruttoinlandproduktes sowie der Verbraucherstimmung stattfindet,
aufbauen wird. Bis dahin werden Zahlen und Daten veröffentlicht, die
Aufschluss darüber geben, wie gut es dem weltweit größten
Wirtschaftssystem geht. Dementsprechend wird jedes, in Dollar angegebene
Kapital und Investment, angefangen bei der Wall Street, US-Indizes,
FX-Paaren bis hin zu Rohstoffen, beeinflusst werden. Falls sich durch
die Daten aus den USA ein optimistisches Wachstumsbild abzeichnet, d.h.
ein zuversichtlicher Verbraucher, ein stabiler Immobilienmarkt usw.
würde das Folgendes bedeuten: Die Wall Street könnte voller Zuversicht
den S&P 500, den Dow Jones, den NASDAQ und den Dollar höher schieben
und vielleicht sogar mehr Gold verkaufen (was dazu neigt, von einem
schwachen Dollar zu profitieren). Sollte sich durch die
Datenveröffentlichungen während der Woche eher ein zerbrechliches
schwaches Bild abzeichnen, könnte der Dollar an Höhe verlieren,
US-Aktien niedriger verzeichnet werden und der Wert des Goldes stark
ansteigen. Um welche Daten und wirtschaftlichen Ereignisse handelt es
sich hierbei jedoch?
Es beginnt mit dem Wohnungsmarkt und den Immobilien
Wenn man sich erinnert, dass der US-Immobilienmarkt die gesamte
Wirtschaftskrise entfachte, dann versteht man die hohe Bedeutung und
Wichtigkeit dieser Daten. Der US-Immobilienmarkt, einer der wichtigsten
Bereiche der US-Wirtschaft und noch viel wichtiger, das
Schlüsselbarometer für die wirtschaftliche Stimmung, ist bereit, drei
große Datensätze zu veröffentlichen. Beim Ersten, dem vielleicht
bedeutendsten, handelt es sich um die Verkäufe bestehender Immobilien.
Diese Daten sind wichtig, denn wenn die Verkäufe vorhandener Immobilien
steil ansteigen, dann entsteht die Nachfrage nach dem Bau neuer
Immobilien. Dadurch würden sich die Räder der Wirtschaft schneller
drehen. Die im Juli veröffentlichte Zahl der Verkäufe bestehender
Immobilien stieg auf 2,4 % (Vormonatsvergleich) an, ähnlich wie im Juni.
Folglich streben Investoren eine Beschleunigung bzw. einen Anstieg an.
Ein Wert, der über 2,8 % liegt, würde Investoren glücklich machen und
den Optimismus bezüglich des US-Immobilienmarktes erhöhen. Bei den
nächsten Daten handelt es sich um die Verkäufe neuer Immobilien in den
USA, die im Juli auf einen Wert von -2,4 % (Vormonatsvergleich) fielen.
Für den August möchten Investoren ein Verkaufswachstum sehen, damit sie
das Gefühl bekommen, dass der Markt auf einem besseren Fundament steht.
Und schließlich kommen die Immobilienpreise. Ein Aufschwung der
Immobilienpreise, der im Grunde genommen ein Nebeneffekt der beiden
anderen ist, ist ein Muss für die Erholung des Immobilienmarktes. Es
wäre positiv, wenn die Preise um mehr als 1 % steigen. Ein Anstieg von
mehr als 2 % (was schneller als die Inflation ist) würde auf eine
wirkliche Erholung des Immobilienmarktes hinweisen.
Gebrauchsgüter, Verbraucherstimmung und Bruttoinlandsprodukt
Gebrauchsgüter, dessen Index Grundbestandteile wie z.B.
Automobilkäufe, Baumaterialien wie Steine, Mobiltelefone usw.
beinhaltet, sind ein guter vertrauensvoller Indikator. Ein Wachstum von 3
bis 4 % wäre positiv. Der Reuters-Michigan-Index wird die
Verbraucherstimmung widerspiegeln mehr als die lang erwartete
abschließende Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsproduktes für das 2.
Quartal. Wenn sich das Bruttoinlandsprodukt wieder verbessert und höher
als 4,2 % liegt, dann wird die optimistische Stimmung in den USA weiter
angetrieben. Sollten andere Daten und Zahlen ebenfalls überzeugend gut
ausfallen, dann wird die Woche positiv für die USA abschließen und die
Märkte werden dementsprechend handeln.
Zur Sache
Hauptsächlich werden die Datensätze zwei Elemente reflektieren, das
US-Wachstum im 2. Quartal (wiedergegeben durch den Wert des
Bruttoinlandsproduktes) und die Entwicklung im 3. Quartal (wiedergegeben
durch alle anderen Zahlen, die die 3. Quartalsergebnisse beinhalten).
Wenn Investoren die Schlussfolgerung ziehen, dass sich die US-Wirtschaft
weiterhin mit Vollgas erholt, dann könnte das einen höheren Dollar
gegenüber seinen Kollegen, höhere Wall-Street-Indizes und einen
niedrigeren Goldwert bedeuten. Alles andere sowie alle
Kapitalinvestments, die von einer positiven US-Stimmung profitieren,
könnten Gewinnmitnahmen ausgesetzt sein.
Was serviert man uns auf dem Tablett?
Verkäufe bestehender Immobilien (Montag) – Ein Wert über 2,8 % wird positiv stimmen.
USA Immobilienpreisindex (Dienstag) – Ein Preisanstieg über 1 % würde sich positiv auf die Wall Street und den Dollar auswirken.
Deutschland IFO Geschäftsklima (Mittwoch) – Wenn sich der Wert der 110 nähert, dann wäre das für europäische Indizes, besonders für den DAX, von Vorteil.
USA Verkäufe neuer Immobilien (Mittwoch) – Alles über 0 – 1 % könnte positiv sein.
USA Gebrauchsgüter-Bestellungen (Donnerstag) – Ein Wachstum zwischen 3 – 4 % wäre von Vorteil und würde positiv stimmen.
USA Bruttoinlandsprodukt annualisiert (Freitag) – Wenn sich
der Wert der letzten Veröffentlichung auf über 4,2 % verbessert, dann
wird sich das sehr positiv auf den Dollar und die Wall Street auswirken,
hingegen das Gold negativ beeinflusst wird.
Reuters/Michigan Verbraucherstimmung (Freitag) – Wenn der
Index näher an die 90 rückt, dann wäre dies von Vorteil und würde die
positive Aussicht für die US-Wirtschaft verstärken, vorausgesetzt alle
weiteren Daten sind ebenfalls positiv.